Selten, und leicht zu verwechseln
Eine bipolare Störung ist bei Kindern selten. Echte Hochphasen (Manie) mit ungewöhnlich gehobener oder gereizter Stimmung, wenig Schlafbedürfnis und überschießendem Antrieb, im Wechsel mit depressiven Phasen, gehören abgegrenzt von dem, was im Aufwachsen ganz normal ist. Stimmungsschwankungen, gerade in der Pubertät, sind für sich genommen noch keine bipolare Störung.
Woran man denken könnte
Auffällig sind nicht einzelne launische Tage, sondern deutlich abgegrenzte Phasen über Tage bis Wochen, die sich klar vom sonstigen Wesen des Kindes unterscheiden: ungewöhnlich viel Energie, kaum Schlafbedarf, rasende Gedanken, riskantes Verhalten, abwechselnd mit tiefen Tiefs. Wichtig ist der Verlauf über die Zeit, nicht der Eindruck eines einzelnen Moments.
Warum sorgfältige Diagnostik wichtig ist
Vieles sieht der bipolaren Störung ähnlich, ist aber etwas anderes: ADHS, Depression, Belastungsreaktionen oder Störungen des Sozialverhaltens. Gerade weil die Übergänge fließend wirken, sollte niemand vorschnell das Etikett „bipolar” vergeben. Die Abgrenzung gehört in die Hände von Kinder- und Jugendpsychiater:innen, oft über mehrere Termine und mit Beobachtung des Verlaufs.
Was ihr tun könnt
Beobachtungen über Zeit aufschreiben, das hilft der Diagnostik mehr als jeder einzelne Eindruck. Bei Hinweisen auf manische Phasen, riskantes Verhalten oder Eigengefährdung gehört das zügig abgeklärt. Bei akuter Gefahr gilt zuerst die Notfallhilfe. Den Weg zur Abklärung zeigt der Hilfeweg.