Häufiger als gedacht, und meist gut behandelbar
Einnässen und Einkoten sind verbreitet und fast nie ein Zeichen von Faulheit oder Trotz. Sie sagen nichts über eure Erziehung aus. Nächtliches Einnässen ist bei jüngeren Kindern normal und wächst sich oft aus. Auffällig wird es etwa ab fünf Jahren, beim Einkoten ab etwa vier Jahren. Besonders genau hinschauen sollte man, wenn ein Kind nach einer längeren trockenen oder sauberen Phase plötzlich wieder einnässt oder einkotet.
Woran es liegen kann
Häufig sind Reifung und Veranlagung im Spiel, also nichts, woran das Kind schuld ist. Manchmal stecken körperliche Gründe dahinter, etwa ein Harnwegsinfekt oder beim Einkoten eine hartnäckige Verstopfung, die gar nicht so offensichtlich ist. Seltener ist es ein Zeichen seelischer Belastung. Deshalb steht am Anfang immer die körperliche Abklärung in der Kinderarztpraxis.
Was hilft, was schadet
- Strafen, Schimpfen oder Bloßstellen machen es schlimmer und beschämen das Kind zusätzlich.
- Was trägt: ein entspannter, sachlicher Umgang und feste, ruhige Routinen.
- Beim nächtlichen Einnässen helfen ärztlich begleitete Programme wie die Klingelhose, beim Einkoten wird meist zuerst die Verstopfung behandelt.
Wichtig ist, dem Kind die Scham zu nehmen. Es kann nichts dafür, und es will das genauso wenig wie ihr.
Wann fachliche Hilfe sinnvoll ist
Wenn es über das übliche Alter hinaus anhält, neu wieder auftritt oder das Kind stark belastet. Erste Anlaufstelle ist die Kinderarztpraxis, bei Bedarf ergänzt durch ein SPZ oder eine kinder- und jugendpsychotherapeutische Begleitung. Den Einstieg findet ihr im Hilfeweg.