Wenn Lesen, Schreiben oder Rechnen einfach nicht gelingen
Eine Lernstörung ist eine umschriebene Schwäche trotz normaler Begabung und ausreichendem Unterricht. Das Kind ist nicht dumm und nicht faul, es kann an einer bestimmten Stelle einfach nicht so, wie es soll. Bei der Lese-Rechtschreib-Störung (LRS, Legasthenie) betrifft das gezielt Lesen und Schreiben, bei der Dyskalkulie das Rechnen. Der Satz „streng dich mehr an” geht hier komplett an der Sache vorbei und richtet oft Schaden an, weil das Kind sich ohnehin schon abmüht.
Woran ihr es merkt
Trotz Üben bleibt das Lesen stockend, die Rechtschreibung fehleranfällig oder das Rechnen ein tägliches Drama. Hausaufgaben dauern endlos und enden in Tränen. Manche Kinder entwickeln Bauchweh vor der Schule, verlieren die Lust am Lernen oder fallen durch Störverhalten auf, das eigentlich Vermeidung ist.
Wer das feststellt
Nicht die Schule allein. Es braucht eine standardisierte Diagnostik, etwa über kinder- und jugendpsychiatrische oder psychotherapeutische Praxen, schulpsychologische Dienste oder ein SPZ. Vorher werden Seh- und Hörvermögen abgeklärt, damit nichts Naheliegendes übersehen wird.
Welche Unterstützung eurem Kind zusteht
- In der Schule der Nachteilsausgleich, zum Beispiel mehr Zeit oder andere Bewertungsmaßstäbe.
- Bei größerem Bedarf eine Lerntherapie, die über die Eingliederungshilfe nach Paragraf 35a SGB VIII vom Jugendamt finanziert werden kann.
Das ist ein Recht, kein Gefallen. Wichtig ist daneben, den Selbstwert des Kindes zu schützen: Eine Lernstörung sagt nichts über seinen Wert und nichts über seine Zukunft. Den Weg zu Diagnostik und Hilfe zeigt der Hilfeweg.