Mobbing ist kein Streit unter Gleichen
Beim Mobbing geht es nicht um einen einmaligen Konflikt, sondern um wiederholtes Schikanieren, Ausgrenzen oder Bedrohen über längere Zeit, mit einem Machtgefälle zwischen den Beteiligten. Beim Cybermobbing setzt sich das online fort, oft rund um die Uhr und für viele sichtbar. Die Folgen sind ernst: von Bauchweh und Schlafproblemen über Schulangst bis zu Depression. Mobbing ist kein „das müssen Kinder unter sich klären”, sondern etwas, bei dem Erwachsene in der Verantwortung stehen.
Woran ihr es erkennt
Kinder schweigen aus Scham häufig. Achtet auf Veränderungen: Rückzug, plötzliche Schulunlust, Bauch- oder Kopfschmerzen vor der Schule, verlorene oder kaputte Sachen, Schlafprobleme, sinkende Noten. Ruhiges, wiederholtes Nachfragen ohne Vorwurf öffnet eher als Druck.
Was Eltern tun sollten
- Ernst nehmen und dem Kind glauben, ohne sofort impulsiv zu reagieren.
- Dokumentieren: was passiert ist, wann und durch wen. Bei Cybermobbing Screenshots sichern.
- Das Gespräch mit Schule und Klassenleitung suchen. Es ist Aufgabe der Schule, einzugreifen.
- Dem Kind vermitteln: Du bist nicht schuld, und du musst das nicht allein lösen.
Wann professionelle Hilfe nötig ist
Wenn Ängste, Rückzug, Schulvermeidung oder depressive Anzeichen bleiben, auch nachdem die Situation entschärft wurde. Dann helfen Erziehungsberatung, der schulpsychologische Dienst oder eine kinder- und jugendlichenpsychotherapeutische Praxis. Die seelischen Folgen von Mobbing sind behandelbar. Den Einstieg findet ihr über den Hilfeweg.