Was Tics sind
Tics sind plötzliche, wiederkehrende Bewegungen oder Laute, die ein Kind kaum steuern kann: Blinzeln, Grimassen, Räuspern, Schulterzucken. Sie kommen und gehen, wechseln die Form und werden bei Aufregung oder Müdigkeit oft stärker. Viele Tics treten im Grundschulalter auf und verschwinden von selbst wieder. Sie sind nicht gefährlich und kein Zeichen schlechter Erziehung.
Halten motorische und vokale Tics länger als ein Jahr gemeinsam an, spricht man vom Tourette-Syndrom. Auch das ist behandelbar und kein Grund zur Panik.
Was Eltern oft missverstehen
Tics lassen sich nur kurz und unter großer Anspannung unterdrücken, ähnlich wie das Zurückhalten eines Niesens. Dauerndes Ermahnen („Lass das doch”) erhöht den Druck und meist auch die Tics. Hilfreicher ist ein entspannter Umgang, der dem Kind nicht ständig spiegelt, dass mit ihm etwas nicht stimmt.
Woran ihr denken solltet
Tics kommen selten allein. Häufig sind ADHS oder Zwänge mit im Spiel, und manchmal belasten diese das Kind sogar stärker als die Tics selbst. Auch Hänseleien in der Schule können zur eigentlichen Last werden. Beides lohnt sich mitzubedenken.
Wann Hilfe sinnvoll ist
Eine erste Einordnung gibt die Kinderarztpraxis. Bei stärkerer Belastung, wenn Tics wehtun, den Alltag stören oder zu Ausgrenzung führen, helfen kinder- und jugendpsychiatrische oder psychotherapeutische Praxen. Den passenden nächsten Schritt findet ihr über den Hilfeweg.