Wenn ein Kind nicht mehr dasselbe ist
Nach einem belastenden Ereignis, einem Unfall, Gewalt, einem Verlust oder wiederkehrenden Erfahrungen, kann ein Kind verändert sein. Vieles davon ist zunächst eine normale Reaktion auf etwas Unnormales. Der Körper und die Seele versuchen, das Erlebte zu verarbeiten. Oft klingen die Reaktionen in den ersten Wochen wieder ab.
Bleiben sie länger als etwa vier Wochen oder werden sie stärker, kann eine Belastungs- oder posttraumatische Belastungsstörung dahinterstecken.
Woran ihr es merkt
- Wiederkehrende belastende Erinnerungen, Albträume, plötzliches Wiedererleben.
- Vermeidung von allem, was an das Ereignis erinnert.
- Schreckhaftigkeit, Schlafprobleme, Reizbarkeit oder emotionale Taubheit.
Bei jüngeren Kindern zeigt sich Trauma oft im Spiel, in Rückschritten in der Entwicklung oder in körperlichen Beschwerden.
Wann Hilfe sinnvoll ist
Wenn die Belastung über Wochen anhält, den Alltag prägt oder das Kind sich stark verändert. Wichtig ist eine sorgfältige Diagnostik und, vor einer traumafokussierten Behandlung, eine Phase der Stabilisierung. Eine erste Einordnung geben kinder- und jugendpsychiatrische oder psychotherapeutische Praxen und psychotraumatologische Ambulanzen.
Was Halt gibt
Sicherheit, Verlässlichkeit und Geduld. Ein Kind, das wieder spürt, dass die Welt berechenbar ist, kann leichter verarbeiten. Drängt es nicht zum Reden, aber zeigt, dass ihr da seid.
Wie behandelt wird
Am besten belegt sind die traumafokussierte kognitive Verhaltenstherapie und EMDR, beide in der deutschen Leitlinie als Erstlinien-Verfahren genannt. Eine spezialisierte Praxis findet ihr über die Verfahrensseiten oder den Hilfeweg. Bei akuter Krise gilt zuerst die Notfallhilfe.